Samsung hat mit seiner Note-Reihe gezeigt, dass die Koreaner durchaus in der Lage sind, etwas eigenes auf die Beine zu stellen. Die Besonderheit bei den Note-Geräten ist der S-Pen, der im Prinzip ein intelligenter Stylus ist. Im Gegensatz zur konkurrenzlosen 5,5 Zoll-Variante des Note muss sich der große Bruder mit anderen Tablets auf dem Markt messen lassen.
Das klagesichere Design dürfte Apples Anwälten nicht so wirklich schmecken. Für den Nutzer entstehen daraus aber sogar Vorteile. Durch den extra Rahmen, der unter anderem die Lautsprecher beherbergt, sieht das Tablet fast aus, als hätte es schon eine Art Schutzhülle.
Betrachtet man hingegen nur den Touchscreen mit seinem weißen Rahmen, wird schnell klar, warum Apple hier Designpatente geltend macht. Ein normaler Kunde würde die beiden Tablets nicht voneinander unterscheiden können. Aber egal, es geht hier ja nicht darum, ob das Design einem anderen Tablet ähnelt.
Die Verarbeitung ist im Großen und Ganzen ordentlich. Viel Kunststoff, wenig Metall und die Rückseite macht einen weichen Eindruck. Immerhin knarzt nirgends etwas und das Tablet lässt sich sehr gut halten, auch einhändig.
Die Ausstattung des Galaxy Note 10.1 spielt eher eine untergeordnete Rolle. Es hat zwei Kameras, einen Touchscreen und einen S-Pen genannten Stylus. Die getestete Variante hat zudem einen SIM-Karten-Slot und auch der Speicher lässt sich per MicroSD-Karte erweitern. Die genauen Spezifikationen zu Prozessor, Speicher, etc. entnehmt Ihr bitte der Tabelle.
Da das Tablet keine großen Aussetzer in der Benutzung hat, sind die verbauten Komponenten auf jeden Fall mehr als ausreichend. Erwähnenswert ist noch, dass sich das Tablet nicht über einen Micro-USB-Port laden lässt, sondern einen proprietären Stecker mitbringt, der eine gewisse Ähnlichkeit mit anderen Tablet-Steckern aufweist.
| Betriebssystem: | Android 4.0.3 (Ice Cream Sandwich) mit TouchWiz-Oberfläche |
| Prozessor: | 1,4 GHz Quad-Core (Exynos 4 Quad) |
| Display: | kapazitiv, 10.1 Zoll, LCD (1200 x 800 Pixel) |
| Arbeitsspeicher: | 2 GB |
| Interner Speicher: | 16/32/64 GB + 50 GB Dropbox Cloud-Speicher für 2 Jahre |
| Speicherkarten: | MicroSD (bis 64 GB) |
| Kamera: | 5 Megapixel, Fotoleuchte, Autofokus |
| Videoaufnahme: | 720p |
| Frontkamera: | 1,9 Megapixel |
| Konnektivität: | WiFi 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.0, WiFi Direct |
| Netzwerke: | UMTS, HSPA+ 21,6 MBit/s (bei 3G-Modell) |
| Schnittstellen: | Infrarot, 3.5 mm Klinkenanschluss, MicroUSB mit MHL (HDMI Schnittstelle) |
| Ortung: | GPS/ GLONASS-Unterstützung |
| Sensoren: | Bewegungssensor, Gyroskop, Helligkeitssensor |
| Akku: | 7.000 mAh |
| Maße: | 262 x 180 x 8.9 mm |
| Gewicht: | 600 g |
Das Tablet macht sich als täglicher Begleiter ziemlich gut. Es ist kein reines Konsum-Tablet. Mit dem Galaxy Note 10.1 und dem S-Pen lässt sich richtig produktiv umgehen. Sei es nun im mobilen Office Programm oder bei der Bildbearbeitung mit Photoshop Touch. Sowohl das Tablet an sich, als auch der S-Pen hinterlassen stets einen sehr positiven Eindruck.
Dank des starken Akkus gibt das Tablet auch nicht gleich auf, wenn man es unterwegs benutzt. Durch die integrierte 3G-Verbindung lässt sich das Gerät auch ohne Hotspot-Fummelei mit dem Smartphone online nutzen. Man sollte jedoch berücksichtigen, dass das Tablet eher zu den schwereren Geräten gehört. Dies merkt man allerdings nur im direkten Vergleich mit anderen Geräten.

Die Fotoqualität der rückseitig verbauten Kamera ist ausreichend, aber bei weitem nicht so gut wie die Qualität bei Video-Chats. Nutzt man die Kameras, egal ob hinten oder vorne mit Skype oder anderen Messengern, bekommt der Gesprächspartner ein sehr gutes Bild geliefert. Wer meint, mit dem Tablet Computer Android fotografieren zu müssen, sollte sich aber auf Schnappschussqualität einstellen. Auf das Ausdrucken der Bilder sollte man trotz der 5 Megapixel wohl besser verzichten.
Das Galaxy Note 10.1 hat mittlerweile ein Update auf Android 4.1.1 erhalten. Mit der Jelly Bean Version von Android läuft das Tablet durchweg flüssig, egal welche Aufgaben es gerade erledigen muss. Samsungs TouchWiz-Oberfläche ist hier sehr ausgeprägt, so dass das System kaum noch an Android erinnert. Das kann von Vorteil sein, weil vieles viel unkomplizierter erreichbar ist, für Android-Puristen kann dies aber genauso ein Nachteil sein, weil man sich erneut erst einmal zurechtfinden muss.

Samsung spendiert den Note-Geräten eine ganze Reihe Apps, die sich mit dem S Pen nutzen lassen. Diese funktionieren sehr gut, und die Nutzung des S-Pen ist ein großes Plus, wenn man mit dem Tablet hantiert. Im Gegenzug sind diese Apps so gut wie unbrauchbar, wenn man den Stylus nicht nutzen möchte.
Die Splitcreen-Darstellung mit verschiedenen Apps funktioniert ebenfalls problemlos. Twitterfeed auf der einen Seite, ein Filmchen auf der anderen, das ist gar nicht so unpraktisch wie man anfangs vermuten möchte. Da der Screen im Breitbildformat daher kommt, ist auch genügend Platz für zwei Inhalte gleichzeitig. Bei einem 4:3 Seitenverhältnis wäre das sicher wesentlich problematischer.
Die Wiedergabe von Musik und Videos ist überdurchschnittlich gut. Das hat zwei wesentliche Gründe. Zum einen ist da das bereits erwähnte Displayformat, das Filme im Vollbildmodus über das ganze Display erstrahlen lässt. Zum anderen kommt hier der Designaspekt mit den nach vorne gerichteten Lautsprechern zum Tragen.
Der Sound geht nicht vom Nutzer weg, sondern wird direkt auf ihn abgestrahlt. Das merkt man sehr deutlich. Die Lautstärke der beiden Lautsprecher ist sehr hoch, auch bei größerer Lautstärke kommt es nicht zu unangenehmen Verzerrungen oder ähnlichem.
Samsungs Videohub und Soundhub sorgen dafür, dass man auch immer genügend Abspielmaterial hat. Alternativ lässt sich auch YouTube exzellent auf dem Galaxy Note 10.1 nutzen.
Der S-Pen ist das absolute Killer-Feature des Galaxy Note 10.1. Handschrifterkennung, präzises Funktionstool oder einfach zur normalen Eingabe, der Stylus Pennino per Ipad erledigt seine Aufgaben immer gut. Zieht man ihn aus dem Gehäuse, erscheint automatisch eine Leiste mit den S-Pen-Anwendungen.
S-Note lässt sich aber auch so jederzeit mit dem S-Pen aufrufen. Egal was man gerade macht, drückt man den Knopf am S-Pen und tippt zweimal auf das Display, öffnet sich die Notiz-Anwendung und man kann munter drauf los schreiben.
Ein weiterer Vorteil ist, dass man den S-Pen tatsächlich als Stift benutzen kann. Über einen unscheinbaren Button können Eingaben per Hand blockiert werden. Das heißt, es ist möglich, die Hand beim Schreiben oder Zeichnen mit dem S-Pen auf dem Display abzulegen, ohne dass der Screen falsche Eingaben erkennt. Das ist großartig, da so eine wesentlich entspanntere Handhaltung bei Nutzung des Stylus möglich ist.
Der S-Pen hat durch seine Funktionsvielfalt aber auch einen Nachteil. Man muss erlernen, welche Aktion welche Auswirkungen hat. Muss man nun den Knopf am S-Pen drücken oder nicht, um eine bestimmte Aktion auszuführen? Und was passiert eigentlich in den anderen Programmen, wenn man den Knopf drückt oder eben nicht? Das ist ein Lernprozess, der eine Weile dauert. Hat man die Fähigkeiten des S-Pen aber einmal durchblickt, wird man sich schwer tun, wieder ein Tablet ohne diese Vorzüge zu verwenden.
Der Akku des Galaxy Note 10.1 lässt sich nicht wechseln. Dies ist nun nicht unbedingt ein Nachteil, schließlich bietet er eine stolze Kapazität von 7.000 mAh. Das reicht bei Normalnutzung locker zwei bis drei Tage. Ein voll geladener Akku hielt im Test trotz intensiver Nutzung mit Video-Chats, jeder Menge grafikintensiver Spiele und Videowiedergabe trotzdem drei Tage. Das sollte für die meisten Nutzer ausreichend sein. Bei Nutzung von Telefonie und 3G könnten diese Werte etwas geringer ausfallen. Auf jeden Fall braucht sich der Akku nicht vor anderen Tablets verstecken.
Ein Einsteiger-Tablet ist das Galaxy Note 10.1 mit Sicherheit nicht. Ein Test im Bekanntenkreis zeigte deutlich, dass man sich mit dem Tablet beschäftigen muss, um es ordentlich nutzen zu können. Was fehlt, ist die einfache Bedienung, die man von der Konkurrenz ohne Android kennt. Die Vielfältigkeit des Tablets wiegt dies natürlich wieder auf. Gerade für Leute, die ein Tablet eben nicht nur zum Filme schauen oder Surfen benutzen, ist das Galaxy Note 10.1 ein tolles Gerät. Kreatives Arbeiten ist damit ebenso möglich wie die Anfertigung schneller Notizen, auch handschriftlich.
Well done, Samsung. Das Galaxy Note 10.1 überzeugt auf ganzer Linie. Wer ein Android-Tablet sucht, das so Android-mäßig wie möglich ist, wird wohl nicht glücklich damit. Wer allerdings ein hochfunktionales Tablet sein Eigen nennen will, sollte sich das Gerät einmal anschauen.
Es sind Kleinigkeiten in der Software und vor allem der S-Pen, die aus dem Tablet ein Arbeitstier machen. Die knapp 500 Euro, die momentan für das Gerät fällig werden, sind durchaus gerechtfertigt. Da sich der Speicher erweitern lässt, kann man zudem getrost zu einer kleinen Speichervariante greifen. Zu bemängeln gibt es bis auf die Einarbeitungszeit, die man bei diesem Tablet definitiv braucht, nun, eigentlich nichts.

